LaWa*
Presseerklärung November 2020
  
21.November 2020
 
Presseerklärung der LaWa Gelting
Interessengemeinschaft für Land-Gewässer & Hochwasserschutz Gelting und Umgebung 2011e.V.
 
 Die Planfeststellung zum Bau eines Polders liegt vor. Umgehend haben einige Bürger Klage gegen diesen Bescheid eingereicht. Diese wurde jedoch abgewiesen.
 
Seit über 9 Jahren wird in Gelting um einen sinnvollen Hochwasserschutz gerungen.
Der Wasser- und Bodenverband Geltinger- und Stenderuper Au favorisiert seit Beginn der Planungen eine Polderlösung und spricht dabei von der günstigsten Variante.
Die Interessengemeinschaft für Land-Gewässer und Hochwasserschutz Gelting und Umgebung 2011 e.V. (IG LAWA), der Gewässer- und Landschaftsverband Flensburger Förde, der NABU und andere Umweltverbände widersprechen dem ausdrücklich und distanzieren sich von diesem Vorhaben.
 
Zur Erklärung:
Nur ein offenes Fließgewässer erfüllt die gesetzlichen Forderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie: Steigerung der Artenvielfalt, Verbindung von Biotopen, Verbesserung der Durchgängigkeit und Schaffung von Fließgewässern.
 
 Die damit verbundene finanzielle Förderung von etwa 90% setzt allerdings voraus, dass ein Antrag gestellt wird und die Voraussetzungen für die Förderung erfüllt sind. Der Wasser- und Bodenverband hat mit seiner Planung diese Voraussetzungen nicht erfüllt. Forderungen der IG LaWa, diese zu schaffen, wurden stets vehement abgelehnt.
 
Anfang August hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze einen Gesetzentwurf zur Optimierung des Naturschutzes vorgelegt, u.a. um dem Insektensterben Einhalt zu gebieten, mehr Schutzzonen zu schaffen und ausreichend Abstand zwischen Gewässern und Pestizideinsatz einzuräumen. Forderungen, die dem Planungsentwurf der IG LaWa für ein offenes Fließgewässer entsprechen.
 
Viele der Geltinger Bürger*innen haben gar keine Kenntnis darüber, dass sie zu den ca. 750 Mitgliedern des Wasser- und Bodenverbandes gehören, deren Jahresbeitrag  sich nach einem Polderbau um ein Vielfaches erhöhen wird.
 
Die immer wieder in den Planungen des WBV als Vorteilsnehmer bezeichneten Geltinger sind die Grundstücksbesitzer, deren Grundstücke unterhalb der Norm von 2,85m über NN liegen. Ihre Besitzer (Vorteilsnehmer) müssen 80% der nicht geförderten Polderkosten übernehmen.
Es handelt sich um ca. 85 Geltinger Anwesen.
 
Bei einer Gesamtinvestition von ca. 1,3 Mio. € würden
ca. € 650.000,-- vom Land fließen.
300.000,-- kämen von der Gemeinde Gelting (Geld der Bürger).
350.000,-- sind zu 80% von den ca. 85 „Vorteilsnehmern“ zu tragen.
 
Bei einer Kostensteigerung beim Bau eines Polders, erhöhen sich entsprechend die Kosten für die „Vorteilsnehmer“.
 
Die IG LaWa fordert weiterhin nachdrücklich: Der Wasser- und Bodenverband möge Fördermittel für den Bau der vorhandenen, erarbeiteten Alternativlösung (offenes Fließgewässer) einfordern, um Schaden von seinen Mitgliedern abzuwenden.
 
Peter Buchholz
1. Vorsitzender